Aktuelles aus der Metropolregion Hamburg


Die richtige Reaktion auf eine Direktansprache

Die richtige Reaktion auf eine Direktansprache

Eigentlich bist du ganz zufrieden in deinem Job. Dann schreibt dich ein:e Recruiter:in an und möchte dir einen Job vorstellen. Wie reagierst man eigentlich richtig auf diese Direktansprache? Deine Reaktion kann dir Türen offen halten, auch wenn du aktuell nicht auf Jobsuche bist.

Was ist Active Sourcing?

Die Zeiten, in denen sich spannende Bewerber:innen von sich aus auf Stellen bewerben, sind vorbei. Deswegen setzen viele Unternehmen auf das so genannte Active Sourcing. Du erhältst dabei eine direkte Nachricht von Recruiter:innen auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing. Dir wird eine Stelle vorgeschlagen und du wirst zunächst zu einem kurzen Kennenlerngespräch eingeladen. Die Ansprache erfolgt in dieser Phase breit gestreut, sodass auch viele Stellenangebote dabei sein werden, die nicht zu dir passen. Dennoch kann es sinnvoll sein, darauf zu reagieren.

Wie reagiere ich, wenn ich bei Xing oder LinkedIn von Recruiter:innen angeschrieben werde?

Für Berufsanfänger:innen ist es noch aufregend, wenn sie von Recruiter:innen direkt kontaktiert werden. Die Karriereprofile wurden liebevoll gepflegt und die berufliche Laufbahn beginnt auch andere zu interessieren.

Berufserfahrene bekommen in Abwerbephasen hingegen manchmal mehrere Direktnachrichten pro Tag. Gerade der Wechsel der Geschäftsjahre in den Unternehmen ist eine Hochzeit fürs Active Sourcing.

Wie sollst du nun reagieren, wenn du eine Nachricht bekommen hast?

Eine Antwort solltest du in jedem Fall senden, ganz gleich in welche Richtung sie geht. Wie diese aussieht, hängt von folgenden Fragen ab:

  • Bist du überhaupt auf Stellensuche?
  • Würdest du dir spannende Angebote trotzdem anhören, auch wenn du nicht aktiv suchst?
  • Spricht dich das Stellenangebot an?
  • Könnte die Stelle eine Verbesserung für dich sein?

In den meisten Fällen lohnt sich zumindest das Erstgespräch, selbst wenn die Stelle auf den ersten Blick noch Fragen aufwirft. Diese können im direkten Gespräch geklärt werden und du hast einen ganz anderen Standpunkt, wenn du auf diese Weise das Unternehmen kennen lernst – mehr dazu später.

Möglichkeit 1: Mich interessiert der Job. Wie antworten?

Der Fall ist klar. Bedanke dich für die Zusendung des Stellenangebots und biete ein Kennenlerngespräch an. Wahrscheinlich wird der/die Recruiter:in dir von sich aus schon vorschlagen, kurz miteinander zu telefonieren.
Dieses Gespräch ist noch kein Bewerbungsgespräch, sondern du kannst jetzt deine Fragen stellen und ganz offen darüber sprechen, unter welchen Voraussetzungen ein Wechsel in Frage kommt. Seid ihr euch einig, dass es passen könnte, werden deine Unterlagen ans Unternehmen weitergeleitet und der nächste Schritt ist das Gespräch mit dem Unternehmen.

Möglichkeit 2: Der Job ist nicht interessant, aber eigentlich bin ich auf der Suche

Ein Gespräch mit dem/der Recruiter:in kann sich auch dann lohnen, wenn die Stelle nicht auf dich passt. Beim Active Sourcing werden oft auch Profile angeschrieben, die nicht ganz passen, getreu dem Motto „man weiß ja nie“. Wenn die Stelle Aspekte aufweist, die dir nicht ganz zusagen, lasse dich trotzdem auf ein Erstgespräch ein. Vielleicht sind diese verhandelbar. Passt sie hingegen gar nicht, solltest du dich dennoch bedanken und freundlich absagen. Schlage aber vor, in Kontakt zu bleiben falls sich eine andere Gelegenheit ergibt. Du kannst auch erklären, was du stattdessen suchst. Recruiter:innen arbeiten für verschiedene Unternehmen, die mehr als nur diese Stelle zu besetzen haben.

Möglichkeit 3: Ich bin gar nicht an Jobs interessiert

In diesem Fall solltest du ähnlich wie im zweiten Fall reagieren. Bedanke dich, sage ab und erkläre, dass du aktuell nicht suchst. Wenn du möchtest, kannst du dich aber vernetzen – für den Fall, dass sich das ändert.

Welche Vorteile hat die Direktansprache für mich?

Bei der Direktansprache durch Recruiter:innen ist noch nicht ersichtlich, um welches Unternehmen es sich handelt. Macht es Sinn, das auf eigene Faust herauszufinden und sich direkt dort zu bewerben? Auf gar keinen Fall! Recruiter:innen können im Bewerbungsprozess tatsächlich ein wichtiger Faktor für dich werden.

Das beginnt schon beim Erstgespräch, welches du mit ihm/ihr und nicht mit dem Unternehmen hast. Was das für dich bedeutet? Du kannst ganz offen sein, was ein Unternehmen dir bieten muss. Dein Gegenüber ist daran interessiert Stellen zu besetzen, denn so verdienen sie ihr Geld. Sie werden dir also wichtige Tipps und Infos mit auf den Weg geben, was das Unternehmen sucht und wie du dich am besten präsentierst.

Wenn sie dich vorstellen, gehen sie dabei gezielt auf die Aspekte deines Lebenslaufs ein, die dich in gutem Licht dastehen lassen. Besonders wertvoll ist diese Partnerschaft aber bei der Gehaltsverhandlung. Denn Recruiter:innen verdienen ihre Provision meist abhängig von deinem Gehalt, wenn du die Probezeit überstanden hast. Sie werden also gar nicht zulassen, dass du dich unter Wert verkaufst. Recruiter:innen kennen das Budget für die Stelle und werden dich mit einer entsprechenden Gehaltsforderung ins Gespräch schicken.



22.06.2022 Alle Blogs Nach Oben