B wie Bildungsurlaub
Was wäre, wenn man zusätzlich zu dem Erholungsurlaub ein paar Tage extra Urlaub erhalten könnte und das Gehalt trotzdem weitergezahlt werden würde? Tatsächlich ist dies das Prinzip von Bildungsurlaub.
Was versteht man unter Bildungsurlaub?
Gibt es eine gesetzliche Regelung für Bildungsurlaub?
Wie viel Bildungsurlaub steht Arbeitnehmenden zu?
Anforderungen an den Bildungsurlaub
Was versteht man unter Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub ist eine Form des Urlaubs bzw. Freistellung der Arbeitnehmenden, bei der die berufliche und politische Weiterbildung im Vordergrund steht. Oft wird er auch Bildungsfreistellung oder Bildungszeit genannt, da so die Verwechslung mit Erholungsurlaub vermieden wird. Die Weiterbildung muss hier tatsächlich nicht im direkt etwas mit dem Beruf zu tun haben, auch Programme zur Stressreduzierung oder Sprachkurse zählen hier mit dazu. Dein Arbeitgeber muss das Gehalt weiterzahlen, die Kurse und Programme zahlst du allerdings selbst.
Gibt es eine gesetzliche Regelung für Bildungsurlaub?
Der Bildungsurlaub wird in den Bundesländern jeweils selbst geregelt. Dafür gibt es das individuelle Gesetze der Länder, welche allerdings nicht in den Bundesländern Bayern und Sachsen greifen. Hier besteht also kein rechtlicher Anspruch auf Bildungsurlaub. Allerdings heißt es nicht, dass es in diesen beiden Bundesländern nicht trotzdem möglich wäre. Es kann immer ein Antrag beim Arbeitgeber gestellt werden.
Wie viel Bildungsurlaub steht Arbeitnehmenden zu?
In der Regel umfasst ein Bildungsurlaub 5 Tage pro Jahr oder 10 Tage pro 2 Jahre.
Damit Arbeitnehmende sich den Bildungsurlaub auch leisten können, gibt es verschiedene Arten der Förderung. Da sich einige Kurse als Präventionskurse gem. §20 SGB V identifizieren, investierst man mit ihnen in die Gesundheit.. Hier kann die Krankenkasse Zuschüsse im Wert von bis zu 75 Euro pro Kurs zahlen.
Ob letztendlich gemäß den jeweiligen Gesetzen ein Anspruch auf Bildungsurlaub besteht, hängt von verschiedenen Voraussetzungen wie der Betriebsgröße oder auch der Dauer ab, die antragstellende Arbeitnehmende im Unternehmen oder Betrieb beschäftigt sind.
In einigen Fällen kann sogar kein Anspruch auf Bildungsurlaub bestehen, hiervon sind beispielsweise Auszubildende oder Mitarbeiter:innen von kleineren Betrieben betroffen. Das hängt dann von dem jeweiligen Bundesland ab.
Hierbei gut zu wissen: Ausschlaggebend dafür, welches Bundesland für die Regelung gilt, ist nicht dein Wohnort, sondern das Unternehmen oder der Betrieb bei dem du beschäftigt bist.
Anforderungen an den Bildungsurlaub
Um den Antrag für Bildungsurlaub genehmigt zu bekommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
- Antragsfrist: Der Bildungsurlaub sollte am besten mind. sechs Wochen im Voraus beantragt werden
- die Seminare müssen mindestens 6 Stunden pro Tag in Anspruch nehmen oder eine bestimmte Anzahl an Wochenstunden erreichen
- das Land muss den Kurs oder das Programm genehmigen
- die Anzahl der Arbeitstage darf noch nicht ausgereizt sein
Sind diese Anforderungen nicht erfüllt, so kann es sein, dass der Antrag berechtigt ablehnt wird. Dies muss allerdings in schriftlicher Form und vor allem rechtzeitig erfolgen. Kannst du jedoch vorweisen, dass die Anforderungen alle erfüllt sind, besteht der Anspruch auf Bildungsurlaub und dein Arbeitgeber kann den Antrag nicht ablehnen.
