E wie Equal Pay
Circa 2 % der Beschäftigten in Deutschland sind Leiharbeitende. Diese werden den Begriff Equal Pay wahrscheinlich kennen. Der Begriff lässt sich gleichsetzen mit dem Wort “Gleichbehandlungsgrundsatz” und ist vor allem bei Personaler:innen und Zeitarbeitsfirmen von Bedeutung.
Was bedeutet Equal Pay?
Für wen gilt Equal Pay?
Vor- und Nachteile von Equal Pay
Was bedeutet Equal Pay?
Unter Equal Pay versteht man die gleiche Bezahlung von Leihmitarbeiter:innen und „normalen“ Festangestellten im gleichen Arbeitsbereich. Das bedeutet, dass die Zeitarbeiter:innen denselben Anspruch auf Leistungen haben, wie die Festangestellten in vergleichbarer Position. Dazu zählen unter anderem auch Sonderzahlungen und vermögenswirksame Leistungen. Das soll sicherstellen, dass langfristig alle Arbeitnehmenden gleich behandelt werden.
Für wen gilt Equal Pay?
Equal Pay kommt nach neun Monaten der Zeitarbeit bei einem Unternehmen zum Tragen und soll Zeitarbeiter:innen mehr Lohn garantieren. Dabei können Unterbrechungen von bis zu drei Monaten zwischen den einzelnen Einsätzen liegen. Sollte die Frist jedoch über drei Monate betragen, dann beginnt die Rechnung von neuem.
Verantwortlich für die Durchsetzung des Equal Pay ist grundsätzlich die Leihfirma, bei dem der Zeitarbeiter:innen den Vertrag bekommen haben. Sollte sich der Arbeitgeber (in diesem Falle ist das die Leihfirma) nicht daran halten, kann er mit hohen Geldbußen abgestraft werden.
Es gibt aber auch andere Wege, den Grundsatz zu umgehen: Sofern der Arbeitgeber Leiharbeiter:innen einen Branchenzuschlags-Tarifvertrag der entsprechenden Einsatzbranche anwendet. Hierbei wird das Gehalt stufenweise nach sechs Wochen an das eines Festangestellten angeglichen.
Eine weitere Ausnahme bildet die sogenannte “Vermutungsregel”. Dabei wird, sollte es sich um einen ähnlichen branchenüblichen Lohn ab Start der Tätigkeit handeln, von Beginn der Beschäftigung an eine Gleichbehandlung vermutet und es bedarf daher keiner Anpassung mehr.
Vor- und Nachteile von Equal Pay
Der Vorteil des Gesetzes scheint klar auf der Hand zu liegen: Gleiche Arbeit, gleicher Lohn. Das ist ein guter Ansatz, vor allem für die jahrelang benachteiligten Leiharbeiter:innen. Doch in den Betrieben sieht die Realität häufig anders aus.
Das Gesetz sollte dazu dienen, dass die Personen in Zeitarbeit ein solides Gehalt bekommen und nicht benachteiligt werden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele durch die Regelungen Angst haben, nun kürzer beschäftigt zu werden, damit die Angleichung nicht erfolgen muss. Dadurch ergäbe sich real sogar eine höhere Gehaltsschwankung.
