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Gehaltsvorstellung und Verhandlungen: Kenne deinen Marktwert

Gehaltsvorstellung und Verhandlungen: Kenne deinen Marktwert

Vielen rutscht das Herz in die Hose, wenn es um das eigene Gehalt geht. Wie viel darf ich verlangen? Und wie verkaufe ich mich nicht unter wert? Ist mein Gehalt angemessen?

Marktwert kennen: Recherche ist die halbe Miete

Gehälter sind nicht nur abhängig von eigenen Qualifikationen. Vergleichbare Jobs oder Positionen können unter bestimmten Umständen stark variieren. Einfluss haben zum Beispiel:

  • Unternehmensgröße und Mitarbeiteranzahl

In großen Unternehmen und Konzernen sind Gehälter häufig deutlich höher.

  • Position und Qualifikation

Wer erst am Anfang der Karriere steht, also Berufseinsteiger:in ist, verdient weniger als Fach- und Führungskräfte. Hinzu kommt: Je besser eine Person ausgebildet ist – im Idealfall auch noch spezialisiert – desto wahrscheinlicher ist ein höheres Gehalt.

  • Bundesland und Standort

Es spielt (leider immer noch) eine Rolle, ob Arbeitnehmende auf dem Land oder in der Stadt wohnen. So wird in Ballungsräumen häufig wird mehr gezahlt als auf dem Land. Und auch die Himmelsrichtung ist ausschlaggebend. Laut einer Studie werden in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern durchschnittlich die höchsten Bruttojahresgehälter gezahlt. Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegen deutlich (bis zu 15.000 €) am Ende des Rankings.

Das zeigt, dass es bei der Nennung von Gehaltswünschen und besonders bei Verhandlungen wichtig ist, die eigene Position und das Unternehmen zu kennen, sowie örtliche Einflussfaktoren mit einzubeziehen.

Realistische Gehaltsvorstellung – aber wie?

Es ist einfach gesagt, dass Gehaltsvorstellungen realistisch sein sollten. Aber was ist überhaupt realistisch?

Neben den genannten Faktoren, sind Vergleiche sinnvoll, wenn es um die Formulierung von Gehaltsvorstellungen geht. Dabei kann man sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Position/welchen Job strebe ich an?
  • Wie viel Erfahrung bringe ich bereits mit?
  • Wo will ich arbeiten?
  • Wie groß ist das Unternehmen?

Im Internet lassen sich mittlerweile viele Vergleiche (z.B. auf Xing, Kununu etc.) zu der eigenen Position und auch ganz konkret zu Firmen finden. (Ex-)Kollegen geben ihr Jahresgehalt zum Beispiel dort an. So kann man einen guten Richtwert. Auch Statistiken können helfen, den eigenen Marktwert besser einschätzen zu können. Im Zweifel kannst du auch deine Kollegen fragen, wenn es um eine Gehaltsverhandlung geht. Hier spielt natürlich Vertrauen, Offenheit und die Unternehmenskultur eine wesentliche Rolle.

6 Tipps für die Gehaltsverhandlung

Wer gut vorbereitet ist, seinen eigenen Marktwert kennt und mit Argumenten für sich, die eigene Arbeit und Person aufwarten kann, ist auf einem sehr guten Weg.

  1. Grundsätzlich ist es sinnvoll, selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen zu gehen, dabei aber nicht übermütig zu werden.
  2. Mach dir einen Plan, welche Argumente für dich sprechen.
  3. Habe keine Angst vor dem Gehaltsgespräch.
  4. Achte aufs Timing: Du hast den neuen Job gerade erst begonnen? Warte mindestens ein Jahr, bevor du mehr Geld verlangst.
  5. Stapel nicht zu tief: Es heißt Verhandlung.
  6. Sei auf Gegenargumente vorbereitet.

Übrigens: Es muss nicht immer die klassische Gehaltserhöhung sein. Auch Zusatz- und Sonderleistungen können in Frage kommen (Bike-Leasing, ÖPNV etc.).

Jobwechsel bringt häufig hohe Gehaltssteigerung

Wenn du merkst, dass bei deiner aktuellen Firma gar keine Chance auf eine Gehaltserhöhung besteht, solltest du die Gründe genau betrachten. Liegt es an deiner Leistung? Am Teamgefüge? An der Wirtschaftskraft des Unternehmens? Die Ablehnung einer Gehaltserhöhung musst du nicht zwingend hinnehmen. Wenn für dich ein Jobwechsel in Betracht kommt, kannst du hier einen großen Gehaltssprung machen. Da sind schon mal – abhängig von der individuellen Situation – bis zu 20 % mehr drin.



09.03.2022 Alle Blogs Nach Oben